03.08.10 - 1057
Europa muss Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen
AG Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Die gestern in Bonn begonnenen UN-Klimagespräche sind die ersten Verhandlungen unter der Leitung von Christiana Figueres, der neuen Chefin des UN-Klimasekretariats. Mit ihr ist die Erwartung verbunden, dass sie wieder neuen Schwung in die Verhandlungen bringt und insbesondere die Akzeptanz bei den Entwicklungsländern für ein globales Abkommen erhöht.
Konsequenterweise ist deshalb nun Verhandlungsgrundlage ein Text, der den Entwicklungsländern entgegen kommt. Da die Entwicklungsländer am meisten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, ist es richtig, dass ihre Interessen stärker berücksichtigt werden.
Die jetzt beginnende Arbeit an einem konkreten Text wird wohl nicht zu einem umfassenden Abkommen in Cancún führen, aber kann und muss Lösungen in Teilbereichen wie dem Regenwaldschutz und der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen den Weg ebnen.
Die Europäische Union muss die Führungsrolle im internationalen Klimaschutz übernehmen und ihr Ziel der CO2 Reduktion für das Jahr 2020 von minus 20 auf minus 30 Prozent erhöhen. Nach dem Scheitern des Klimagesetzes in den USA muss die EU sich neue Partner suchen und aufzeigen, dass der Weg in eine kohlenstoffarme wirtschaftliche Entwicklung zu neuen Arbeitsplätzen und Technologien führt. In der Umwelttechnologie haben wir immer dann Spitzentechnik hervorgebracht und damit Arbeitsplätze geschaffen, wenn wir vorangegangen sind. Wer mit allen anderen wartet, dass irgendetwas passiert, wird nie erfolgreich sein.