26.03.10 - 450
Trauriges Ergebnis für Meeresarten: Kommerzielle Interessen gehen vor
AG Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Auf der 15. Artenschutzkonferenz (CITES) in Doha hatte die internationale Staatengemeinschaft die Chance, gerade für die Artenvielfalt in den Meeren einiges zu erreichen. Diese Gelegenheit wurde nicht genutzt. Alle Anträge zum Schutz der bedrohten Meeresarten wurden abgelehnt. Das Verhandlungsergebnis bedeutet insbesondere im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt eine herbe Enttäuschung und eine Niederlage für den Meeresartenschutz. Die betroffenen Arten werden wahrscheinlich auf der nächsten Konferenz wieder behandelt werden müssen, weil sich ihre Bestandssituation weiter verschlechtert hat.
In Doha standen hauptsächlich Thunfische und Haie im Mittelpunkt. Dies macht deutlich, dass - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - die maritimen Arten mindestens ebenso stark vom Aussterben bedroht sind wie die an Land lebenden Arten. Neben der Meeresverschmutzung und -erwärmung ist hauptsächlich die Überfischung Ursache für den Rückgang vieler Fischbestände. Bei der Artenschutzkonferenz handelte es sich um Arten, die als Sushi, Schillerlocke oder in der Haifischflossensuppe auf dem Speisetisch landen. Thunfische und Haie sind stark überfischt. Die Bestände des Roten Thunfisches aus dem Nordatlantik und dem Mittelmeer sind in den letzten zehn Jahren um über 60 Prozent eingebrochen. Für einen ausgewachsenen Thunfisch, der einige hundert Kilogramm wiegt, zahlen Großhändler mehrere 10.000 Euro. Große Gewinnmargen lassen sich auch für Haiprodukte auf dem Markt erzielen. Ähnliches gilt auch für die Rote Koralle im Mittelmeer, die für die Schmuckherstellung verwendet wird. Ein Kilo kostet bis zu 1.500 US-Dollar.
Unabhängig von internationalen Konferenzen können Verbraucherinnen und Verbraucher stärker auf Herkunft und Fangmethode von Fisch achten. Das Siegel FSM zeigt an, dass der Fisch aus umweltschonender und bestandserhaltender Fischerei stammt.