Klimawandel birgt gefährliche Folgen
Seit den 80er Jahren haben sich Klimakastrophen verdreifacht
Stand: 09.12.2009
Es ist heute nicht absehbar, wie es um die Langzeitfolgen des Klimawandels bestellt ist. Aber schon heute wissen wir: Der Klimawandel führt schon jetzt zu schweren Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürmen sowie zu einer stärkeren Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria und dem Denguefieber. Er schädigt empfindliche Ökosysteme wie beispielsweise das Great Barrier Reef in Australien, den Regenwald des Amazonas und die Arktis. Wissenschaftlern zufolge wäre die Hitzewelle des Jahres 2003 mit ihren 30.000 Todesopfern ohne die globale Erwärmung nicht eingetreten. Zwar sind andere Regionen der Erde momentan noch stärker betroffen als Deutschland, unter anderem die Hitzewelle zeigte aber, dass der Klimawandel keinesfalls ein Problem der anderen Staaten am anderen Ende der Welt ist. Zusehens wird die Ederwärmung auch auf das Leben in Mitteleuropa und auch in Deutschland Einfluss nehmen. Auch wir sind mittel- und unmittelbar betroffen!
Der Sternreport von 2006
Wichtig für die Einschätzung, welche Folgen der Klimawandel haben kann, ist unter anderem der so genannte Stern-Report aus dem Jahr 2006. Er hat vor allem die volkswirtschaftlichen Schäden in den Mittelpunkt gestellt. Die Ökonomen um den britischen Wissenschaftler Nicholas Stern gehen davon aus, dass schon mit rund einem Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts - etwa 270 Milliarden Euro jährlich - dem Klimawandel substanziell begegnet werden könne. Aber nur, wenn sofort gegengesteuert wird.
Geschehe das nicht, warnen sie unter anderem:
- Überschwemmungen infolge steigender Meeresspiegel könnten bis zu 100 Millionen Menschen obdachlos machen. Der Meeresspiegel hat sich global seit 1880 um rund 20 cm erhöht, bis 2100 könnte um 50-150 cm ansteigen. Die Meere haben bislang etwa ein Drittel des CO-2 aus der Luft aufgenommen, das im Meer Kohlensäure bildet. Das verstärkte CO-2-Aufkommen führt so zu einer Versauerung der Ozeane.
- Schmelzende Gletscher könnten für einen von sechs Menschen auf der Welt zu Wasserknappheit führen. Die Wasserversorgung wird durch Veränderte Niederschlagszyklen und Gebirgsgletscherschmelze beeinflusst. Beispielsweise hängt die peruanische Küstenregion inklusive de Millionenstadt Lima zu 80 Prozent vom Gletscherschmelzwasser ab.
- Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten wird bereits bei einem Temperaturanstieg von 1,5 bis 2,5 Grad Celsius auf 20 bis 30 Prozent geschätzt.
- Trockenheiten und Dürre könnten Hunderte Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen machen, da durch den Verlust von Inseln oder Küstenregionen aber auch bei Düren Lebensräume verloren gehen. Auch ist die Ernährungssicherheit der Menschen durch den Rückgang der Nahrungsmittelproduktion gefährdet: für Zentral- und für Südasien wird ein Rückgang der Ernte um bis zu 30 Prozent befürchtet.
Seit den 80er Jahren haben sich die Klimakastrophen verdreifacht
Über die volkswirtschaftlichen Folgen gibt es auch an anderer Stelle Überlegungen: Der Klimawandel richtet nach Erkenntnissen des Münchener Rückversicherers Münchner Re schon jetzt jedes Jahr Milliardenschäden an. Die Zahl der Naturkatastrophen wie starker Stürme, Überschwemmungen oder Dürren liege global heute etwa drei Mal so hoch wie Anfang der 80er-Jahre. Zusammen betrugen die volkswirtschaftlichen Schäden aus wetterbedingten Ereignissen von 1980 bis 2008 weltweit 1,6 Billionen Dollar.