Um künftigen Gefahren dort zu begegnen, wo sie entstehen, wird die Bundeswehr mit dem größten Reformprozess ihrer Geschichte an die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen angepasst.
Ziel der sog. „Transformation“ der Bundeswehr ist die nachhaltige Verbesserung ihrer Fähigkeit in dem Einsatzspektrum, das in den Verteidigungspolitischen Richtlinien des ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck aus dem Jahr 2004 vorgegeben ist. Dieses sind vor allem multinationale Einsätze zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung. Strukturen, Organisationsabläufe und Ausbildung der Bundeswehr werden hieran angepasst, Material- und Ausrüstungsplanung auf diesen Schwerpunkt konzentriert und an den finanziellen Möglichkeiten ausgerichtet.
Der auch unter der großen Koalition weitergeführte Transformationsprozess zielt auf einen ganzheitlichen sicherheitspolitischen Ansatz zur Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und zur Lösung der Frage, welchen Beitrag Streitkräfte und Bundeswehrverwaltung dazu leisten können.
Kern der Transformation ist die Schaffung von drei Kräftekategorien: Eingreifkräfte, Stabilisierungskräfte und Unterstützungskräfte. Diese werden für ihre jeweiligen Einsätze gezielt ausgebildet und ausgerüstet. Die Entfaltung der Gesamtfähigkeit entsteht im streitkräftegemeinsamen Handeln von Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Zentralem Sanitätsdienst.
Bis zum Jahr 2010 wird die neue Bundeswehr nach völlig neuen Kräftekategorien gegliedert. Rund 250.000 Soldatinnen und Soldaten dienen dann in den Eingreifkräften, den Stabilisierungskräften und den Unterstützungskräften. Diese unterscheiden sich in Struktur, Ausrüstung und Ausbildung und sind optimiert für das veränderte und differenzierte Einsatzspektrum der Bundeswehr.
sind vorgesehen für multinationale, streitkräftegemeinsame und vernetzte Operationen hoher Intensität und kürzerer Dauer, vor allem im Rahmen der Friedenserzwingung. Ihr Einsatz wird im Rahmen der schnellen NATO-Eingreiftruppe oder der europäischen Eingreiftruppe erfolgen. Außerdem können zusätzlich Operationen zur Rettung und Evakuierung in Kriegs- und
Krisengebieten durchgeführt werden. Ihr Umfang beträgt insgesamt 35.000 Soldaten.
sind vorgesehen für streitkräftegemeinsame militärische Operationen niedriger und mittlerer Intensität und längerer Dauer im breiten Spektrum friedensstabilisierender Maßnahmen. Darunter fallen das Trennen von Konfliktparteien, die Überwachung von Waffenstillstandsvereinbarungen, das Ausschalten friedensstörender Kräfte oder das Durchsetzen von Embargomaßnahmen. Ihr Umfang beträgt insgesamt 70.000 Soldaten.
sind vorgesehen für die umfassende, streitkräftegemeinsame und durchhaltefähige Unterstützung der Eingreif- und Stabilisierungskräfte sowie für den Grundbetrieb der Bundeswehr einschließlich der Führungs- und Ausbildungsorganisation. Ihr Umfang beträgt 147.500 Dienstposten.